Besondere Verdienste um den gesamtdeutschen Sport

Im Rahmen der Eröffnungsshow „30 Jahre Mauerfall“ wurde der PEGASOS-Preis „Besondere Verdienste um den gesamtdeutschen Sport“ an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die aus der ehemaligen DDR stammen und  mit ihrem sportlichen Wirken die Menschen in Ost und West begeistert und berührt haben. Sven Hannawald, Henry Maske und Matthias Sammer, der kurzfristig nicht kommen konnte, sind drei Athleten, die mit ihrer Biographie bewiesen haben, welch integrative Kraft der Sport über alle Grenzen hinweg entwickeln kann. „Der Tag des Mauerfalls war kein Tag wie jeder andere. Für mich nicht, für keinen von uns“, sagte Hannawald, der wenige Monate nach der Wende mit seiner Familie in den Westen gezogen war, rückblickend: „Beide Seiten, Ost und West, sind ein Teil meiner Persönlichkeit. Und in diesem Sinne glaube ich, dass der Mauerfall das Beste ist, was uns Deutschen passieren konnte. Und es liegt weiterhin an uns allen, etwas richtig Gutes daraus zu machen.“

PEGASOS-Preis „Besondere Verdienste um den gesamtdeutschen Sport“: Sven Hannawald und Henry Maske

In kaum einer anderen Sportart wie im Skispringen agierten in den 90er Jahren Ost- und Westathleten gemeinsam so erfolgreich. Ob Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften: die deutschen Adler mit Sven Hannawald flogen vorweg. Unvergessen bleibt aber vor allem sein grandioser Erfolg bei der Vierschanzentournee 2001/2002: Erstmals nach 50 Jahren gewann mit Hannawald ein Skispringer alle vier Wettkämpfe.

Auch Henry Maske hat deutsch-deutsche Sportgeschichte geschrieben: 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul holte der Boxkämpfer eine der letzten Goldmedaillen für das DDR-Team. Nach der Wende verhalf er mit seinem kultivierten, intelligenten Kampfstil dem Boxsport in der gesamten Republik zu neuer Popularität. Maske lockte bis zu 18 Millionen Zuschauer vor die TV-Geräte und verteidigte zehn Mal erfolgreich seinen Titel als IBF-Weltmeister. Bis heute wird der Gentleman-Boxer als Idol und Identifikationsfigur verehrt.

Matthias Sammer blickt ebenfalls auf eine besondere deutsch-deutsche Biographie: Als am 12. September 1990 der Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet wurde, erzielte der Dresdner abends im letzten Länderspiel der DDR gegen Belgien zwei Tore. Bundestrainer Berti Vogts berief ihn dann als ersten ostdeutschen Fußballer bereits 1990 in die gesamtdeutsche Nationalmannschaft. Sechs Jahre später wurde er Europameister, 1997 gewann Sammer mit Borussia Dortmund die Champions League. In der Hall of Fame des Deutschen Fußball-Museums ist Sammer Teil der Gründungself.

Sven Hannawald
Henry Maske
Matthias Sammer

Besondere Verdienste 2014

Der frühere Außenminister der Bundesrepublik Deutschland Hans-Dietrich Genscher erhielt am 8. November 2014 auf dem Deutschen SportpresseBall den PEGASOS-PREIS in der Kategorie „Besonders Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland“. Leider konnte der frühere deutsche Außenminister und einer der Väter der Einheit die Auszeichnung am Abend aufgrund einer Erkrankung nicht persönlich entgegenehmen, sandte den anwesenden Gästen jedoch eine Grußbotschaft, die für viel Gänsehaut und Emotionen sorgte.

Kaum eine andere Persönlichkeit hat sich in solch herausragender und vorbildlicher Weise um die staatliche Einheit und das Renommee Deutschlands in der Welt verdient gemacht. „Der Name Hans-Dietrich Genscher ist und bleibt untrennbar mit der Entspannungspolitik zwischen Ost und West, dem Fall des Eisernen Vorhangs und der deutschen Wiedervereinigung verbunden“, begründete Jörg Müller, Organisationschef des Deutschen SportpresseBalls, die Entscheidung der Veranstalter, den PEGASOS-PREIS in der Kategorie „Besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland“ im Jubiläumsjahr des Mauerfalls an den ehemaligen Bundesaußenminister zu verleihen.

Wir werden Hans-Dietrich Genscher stets in guter Erinnerung behalten.